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Logdateien lokal mitschneiden

© Dipl.-Ing. Michael Sagner

Stand: 02.01.2021

Der Support verlangt ja bei fast jedem Problem, das man ihm meldet, die Seriennummer der Zentrale und das Hochladen der Logdateien. Die Logdateien sind notwendig, um etwaige Fehler analysieren zu können. (die Seriennummer der Zentrale dient dabei zum Auffinden der Logdateien, die nach dem Hochladen im Backend gespeichert werden).

Oft haben User nachgefragt, ob es denn nicht möglich sei, diese Logdateien selbst auszuwerten.

Die Antwort lautet: ja und nein.

Für beide Zentralentypen gilt, dass nach dem Einstecken eines USB-Sticks die aktuellen Logs auf den Stick geschrieben werden und dann dort als Datei vorgefunden werden.

Die Zentrale der ersten Generation verschlüsselt jedoch diese Datei; nur der Support ist in der Lage, sie zur Auswertung wieder in Klartext zurückzuverwandeln.

Bei der Zentrale der zweiten Generation erfolgt keine Verschlüsselung; die Logdatei kann also mit jedem beliebigen ASCII-Editor (z.B. notepad.exe) angesehen werden.

Trotzdem besteht ein Problem: In vielen Fällen, insbesondere, wenn das detaillierte Logging eingeschaltet wurde (über „Hilfe | Fehlerbehebung | Fehlersuche aktivieren“), werden so viele Ereignisse im Log festgehalten, dass die Speicherkapazität auf der Zentrale schnell erschöpft ist. In vielen Fällen enthält dann eine Logdatei nur noch Einträge der letzten halben Stunde. Ereignisse, die vorher stattgefunden haben, können dadurch dann nicht mehr analysiert werden.

Es gibt allerdings eine Möglichkeit, die Logs der Zentrale mit nahezu unbegrenzter Kapazität mitzuschneiden.

Wie geht das, was wird dazu benötigt?

Zunächst ist ein wenig Hardware erforderlich, nämlich ein handelsübliches USB-UART-Wandlerkabel, das mit TTL-Pegel arbeitet.

(und ja – ich habe mich auch über die eigenwillige Farbgebung des USB-Steckers gewundert)

Hier ein Link zu einem solchen Teil (es gibt viele Anbieter, auch z.B. als China-Direktimport. Wichtig ist, dass der Adapter mit TTL-Pegel (5V) arbeitet)):

https://www.amazon.de/gp/product/B07RG77VWD/ref=ppx_yo_dt_b_search_asin_title?ie=UTF8&psc=1

  1. Logdateien mitschneiden an der Zentrale 1. Generation:

    * Öffnen Sie die Zentrale (dazu ist ein Torx-6-Schraubendreher erforderlich.

    * Rechts unterhalb des Displays sieht man auf der Hauptplatine eine Reihe von 5 Lötaugen. Hier lötet man nun eine 5-polige Stiftleiste (abgewinkelt) ein

    Link zur Stiftleiste:

    https://www.amazon.de/gp/product/B00UQ8HJEQ/ref=ppx_yo_dt_b_search_asin_image?ie=UTF8&psc=1

    An diese Stiftleiste werden anschließend die Steckverbinder des o.g. UART-USB-Wandlers gesteckt:

    Beispiel mit einer nicht abgewinkelten Stiftleiste (das Problem dabei ist, dass sich das Gehäuse dann nicht mehr zusammenbauen lässt):

    Noch einmal mit abgewinkelter Stiftleiste:

    Von rechts nach links (!) ist die Stiftbelegung:

    GND/Masse, Tx/Senden, RX/Empfangen

    („Senden“ und „Empfangen“ gelten sinngemäß jeweils für die Zentrale – auf den Tx-Pin der Stiftleiste muss deshalb der Rx-Stecker des Adapterkabels, auf den Rx-Pin der Stiftleiste muss der Tx-Pin des Adapterkabels gesteckt werden)

    Dann bitte einen USB-Stick nehmen und darauf ein neues, leeres Verzeichnis anlegen und dieses mit „EnableSerialLog“ benennen. Diesen USB-Stick dann bitte an der Zentrale einstecken. Dann die Zentrale einmal neu starten. Sobald die Zentrale wieder läuft, kann der Stick nach einigen Minuten wieder abgezogen werden. Er wird fortan auch nicht wieder benötigt.

    Man kann dann die Zuleitung des USB/Serial-Adapters wie auf dem zweiten Bild gezeigt aus dem Gehäuse führen und dieses wieder zusammenbauen.

    Weiter unter 3!

  2. Logdateien mitschneiden an der Zentrale 2. Generation:

    Auf der Unterseite der Zentrale 2. Generation befinden sich vier Gummifüße. Mit einem Messer kann man diese geklebten Gummifüße nun vorsichtig vom Gehäuse lösen und z.B. mit Hilfe ihrer Rest-Klebkraft direkt neben ihrem bisherigen Ort wieder aufkleben, wie im Bild zu erkennen ist:

    Anschließend kann man die Gehäuseunterseite vorsichtig abheben.

    Man erkennt am Rand der Platine eine 4-polige Stiftleiste (s. Bilder):

    Hier ist also kein Löten erforderlich!

    Die Stiftbelegung von rechts nach links (!) ist hier:

    Tx/Senden – Rx/Empfangen – GND/Masse

    („Senden“ und „Empfangen“ gelten sinngemäß jeweils für die Zentrale – auf den Tx-Pin der Stiftleiste muss deshalb der Rx-Stecker des Adapterkabels, auf den Rx-Pin der Stiftleiste muss der Tx-Pin des Adapterkabels gesteckt werden)

    Das Kabel des USB/Serial-Adapters kann, ohne Veränderungen am Gehäuse vornehmen zu müssen, durch eine vorhandene Öffnung im Boden herausgeführt werden.

  3. Mitschneiden der Logdaten

    Der auf diese Weise an der Zentrale verbundene USB-Serial-Adapter kann nun an einen Rechner angeschlossen werden.

    Unter Windows ist das Freeware-Programm PuTTY geeignet, die von der Zentrale ausgegebenen Daten mitzuschneiden. PuTTY kann hier kostenlos heruntergeladen werden:

    https://www.putty.org/

PuTTY wird auf „Serial“ mit 115200 Baud Übertragungsrate eingestellt:

Man kann dann noch angeben, in welcher Datei die empfangenen Daten abgespeichert werden. Siehe hierzu die PuTTY-Dokumentation.

Eine andere Möglichkeit ist, die Daten durch einen Einplatinenrechner permanent aufzuzeichnen. Gut geeignet hierfür ist z.B. der Raspberry Pi (ab Version 2).

Ich habe z.B. einen Raspi 2 dafür im Einsatz, der permanent die Logs von zwei Smarthomezentralen mitschneidet. Die Speicherung der Dateien erfolgt dabei auf einen USB-Stick, der am Raspi eingesteckt ist. Dadurch wird das vorzeitige Ableben der SD-Speicherkarte des Raspi vermieden.

Die Aufzeichnung der Daten erledigt bei mir ein Python-Script, das auf dem Raspi läuft.

https://blog.smarthomeman.de/Downloads/innogy/HowTos/FastDatalogger.zip

Wenn man dann noch auf dem Raspi das Verzeichnis, in dem die Logdateien gespeichert werden, im Netzwerk freigibt, kann man komfortabel vom PC aus darauf zugreifen. Zur Freigabe von Verzeichnissen des Raspi im Netzwerk gibt es einschlägige Anleitungen im Internet.